Eine Neuwahl des
Deutschen Bundestages findet frühestens sechsundvierzig und spätestens
achtundvierzig Monate nach dem Beginn der laufenden Wahlperiode statt. Kommt es zu einer
vorzeitigen Beendigung der Wahlperiode des Bundestages, müssen vorgezogene Neuwahlen innerhalb von
60 Tagen nach der Auflösungsentscheidung stattfinden (Artikel 39 Abs. 1 Grundgesetz). Bisher kam es
dreimal zu vorgezogenen Neuwahlen: 1972, 1983 und 2005.
Der Bundespräsident bestimmt nach § 16 BWG den Tag der Hauptwahl (Wahltag), der ein Sonntag
oder ein gesetzlicher Feiertag sein muss. Im Normalfall trifft er seine Entscheidung regelmäßig
mehrere (ca. 8) Monate vor dem Wahltermin.
Die Zeitspanne, in der die
Europawahl stattfinden kann, erstreckt sich grundsätzlich in einem für alle
Mitgliedstaaten gleichen Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag, um zu gewährleisten, dass die
verschiedenen Wahltraditionen in den Mitgliedstaaten beibehalten werden können. In den meisten
Mitgliedstaaten wird wie in Deutschland an einem Sonntag oder gesetzlichen Feiertag gewählt.
Der Wahlzeitraum soll in einem der ersten Europawahl von 1979 entsprechenden Zeitraum im
letzten Jahr der Wahlperiode liegen. Der Zeitraum der ersten Europawahl lag zwischen dem 7. und 10.
Juni 1979.
Die Bundesregierung bestimmt etwa ein halbes Jahr vor der Wahl den Wahltag.
Die
Zusammenlegung von Landtagswahlen mit einer Parlamentswahl auf Bundesebene (Bundestags- oder
Europawahl) fällt in den ausschließlichen Zuständigkeitsbereich der Landesgesetzgeber. Die Länder
können ihr Wahlrecht und damit auch die Anforderungen an die Wahltagsbestimmung eigenständig
festlegen. Sie haben daher eigenverantwortlich zu prüfen, ob die zeitgleiche Durchführung
verschiedener Wahlen die Grundsätze der formalen Wahlgleichheit und der Chancengleichheit der im
Wahlwettbewerb miteinander stehenden Wahlvorschlagsträger beeinträchtigen kann. In der Staatspraxis
ist Grundlage der Kopplung der Wahlen ein «Zusammenlegungsgesetz» oder
eine «Zusammenlegungsverordnung» des Landesinnenministers über die gleichzeitige Durchführung
einer Wahl auf Landesebene mit der Wahl zum Bundestag oder zum Europäischen Parlament bzw. ein
entsprechender Erlass. Bis einschließlich der Bundestags- bzw. Europawahl 2009 hat es
erst in neun Fällen Zusammenlegungen von Landtags- mit Bundestagswahlen und in einem Fall die
Zusammenlegung einer Landtags- mit einer Europawahl gegeben .
Zusätzliche Hinweise über den Wahltermin für die Europawahl 2009 bzw.
Bundestagswahl 2009 finden Sie unter den
allgemeinen Informationen
zur Europawahl 2009 bzw. den
allgemeinen Informationen
zur Bundestagswahl 2009 im Internetangebot des Bundeswahlleiters.
| Wahltermine Bundestagswahlen | Wahltermine Europawahlen | |||
| Wahlperiode | Tag der Wahl | Wahlperiode | Tag der Wahl | |
| 1. | 14.08.1949 | 1. | 10.06.1979 | |
| 2. | 06.09.1953 | 2. | 17.06.1984 | |
| 3. | 15.09.1957 | 3. | 18.06.1989 | |
| 4. | 17.09.1961 | 4. | 12.06.1994 | |
| 5. | 19.09.1965 | 5. | 13.06.1999 | |
| 6. | 28.09.1969 | 6. | 13.06.2004 | |
| 7. | 19.11.1972 | 7. | 07.06.2009 | |
| 8. | 03.10.1976 | |||
| 9. | 05.10.1980 | |||
| 10. | 06.03.1983 | |||
| 11. | 25.01.1987 | |||
| 12. | 02.12.1990 | |||
| 13. | 16.10.1994 | |||
| 14. | 27.09.1998 | |||
| 15. | 22.09.2002 | |||
| 16. | 18.09.2005 | |||
| 17. | 27.09.2009 | |||
Rechtsgrundlagen
Bundestagswahl: Art. 39 GG, § 16 BWG
Europawahl: § 7 EuWG, § 4 EuWG i.V.m. § 16 Satz 2 BWG
Stand: Februar 2012
©2012 Der Bundeswahlleiter