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Dr. Hildegard Bartels – Präsidentin und Bundeswahlleiterin von 1972 bis 1980

Dr. Hildegard BartelsFrau Dr. Hildegard Bartels wurde am 23. Dezember 1914 in Duisburg geboren und starb am 16. September 2008.
Nach dem Abitur studierte Hildegard Bartels von 1934 bis 1944 in Marburg, Leipzig, Köln und Berlin, zuerst Mathematik und Naturwissenschaften, dann Wirtschaftswissenschaften; im November 1944 Dissertation zum Dr. rer. pol. in Berlin.
Nach kurzzeitiger Tätigkeit im Reichswirtschaftsministerium begann 1946 mit dem Eintritt in das soeben entstandene Hessische Statistische Landesamt ihre Karriere in der amtlichen Statistik. Unter schwierigen Umständen führte sie die erste Wohnungszählung in dem von den Alliierten neu geschaffenen Land Hessen durch. Sie wirkte maßgeblich – wie auch Dr. Dr. h.c. Gerhard Fürst – an dem Statistischen Gesetz für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet mit, auf dessen Grundlage ein zentrales Statistisches Amt für die drei Zonen eingerichtet wurde.
In dem neu gegründeten Amt war Frau Dr. Bartels ab April 1948 in der Abteilung „Allgemeine fachliche Koordination, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen“ tätig. Ab 1949 wurde sie mit der Leitung dieser Abteilung betraut. 1967 wurde sie zur Vizepräsidentin bestellt. 1972 übernahm sie die Leitung des Statistischen Bundesamtes und die Funktion als Bundeswahlleiterin (01.05.1972). Die Diplom-Volkswirtin wurde als erste Frau in der Bundesrepublik Deutschland mit der Leitung einer Bundesbehörde betraut.
Unter ihrer Leitung wurden die Bundestagswahlen am 19.11.1972 (Herabsetzung des Wahlalters von 21 auf 18 Jahre) und am 03.10.1976 (Herabsetzung des Wählbarkeitsalters auf 18 Jahre) sowie die erste Wahl zum Europäischen Parlament am 10.06.1979 durchgeführt.

©2011 Der Bundeswahlleiter